Burg Hochhaus

Die Burgruine gehört in ihrer gegenwärtigen Form in die frühe Neuzeit. Die Befestigung mit dem ausgemauerten Burggraben auf der Ost- und Südseite, den schweren runden Geschütztürmen sowie den Kasematten gehört in das späte 16. Jh. Die meisten erhaltenen Bauten entstanden erst im 18. Jh. im Zuge eines Neubaus seit 1719. Nur in dem Palas auf der Westseite mögen sich ältere Bauteile erhalten haben. Das Hauptgebäude der neu errichteten Burg brannte schon 1749 ab. Die Nebengebäude aber blieben bis zum Beginn des 19. Jhs. bewohnt. In ihrer derzeitigen Form ist die Ruine Hochhaus nur der Rest einer ursprünglich viel grösseren hochmittelalterlichen Befestigung. Östlich an die Ruine schliesst sich eine ausgedehnte Vorburg an, die durch einen tiefen Graben vom übrigen Burgplateau getrennt ist. Ihr Areal wurde offenbar schon seit der frühen Neuzeit nicht mehr für Bauten genutzt. Sie wird gegen Osten duch einen ausserordentlich breiten und tiefen künstlichen Burggraben geschützt, dessen Erdaushub am Südhang des Berges anplaniert wurde. Handelt es sich bis hierhin um eine ausserordentlich grosse mittelalterliche Herrenburg, so erhält die Befestigung im folgenden Teil Dimensionen, welche die einer Burg übersteigen. Ca. 200 m vom Graben der grossen Vorburg entfernt umzieht den Ostrand des Bergplateaus ein Wall mit tiefem Graben. Er beginnt am Nordrand des Berges, zieht entlang der Ostseite und schwingt dann bogenförmig zur Südseite ein, wo er den Hang des Plateaus, als Terrasse gut erkennbar, bis zum breiten Vorburggraben begleitet. Wir sehen in dieser Befestigung die Sicherung einer geplanten stadtartigen Burgsiedlung, die offenbar nie zur Ausführung kam. Vermutlich wollten die Herren von Hürnheim, wie es für adlige Herrschaften seit dem 13. Jh. üblich wurde, im Anschluss an die Burg eine Marktsiedlung gründen. Dieser Versuch scheiterte aber, denn in den schriftlichen Überlieferungen finden sich keine Hinweise auf einen solchen Platz. Die Kraft der vergleichsweise kleinen Herrschaft nahe der schon bedeutenden Reichsstadt Nördlingen reichte wahrscheinlich nicht aus, einen solchen Plan zu verwirklichen. Das befestigte Burgplateau blieb daher unbesiedelt.

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